Cyberversicherung für Gastronomie und Hotellerie
Die Schweizer Gastronomie und Hotellerie gehört zu den digitalisiertesten Branchen des Landes. Online-Reservationen, digitale Kassensysteme, kontaktloses Bezahlen, Gäste-WLAN und Property-Management-Systeme (PMS) sind heute Standard. Doch jedes dieser Systeme ist ein potenzielles Einfallstor für Cyberkriminelle.
Warum sind Gastrobetriebe besonders gefährdet?
Hotels und Restaurants verarbeiten täglich Kreditkartendaten in grossem Umfang — oft über mehrere Systeme gleichzeitig: Kassensysteme (POS), Online-Buchungsplattformen und mobile Zahlungsterminals. Diese Vielfalt an Schnittstellen erhöht die Angriffsfläche erheblich.
Besonders kritisch: Viele Gastrobetriebe nutzen vernetzte Kassensysteme, deren Software nicht regelmässig aktualisiert wird. POS-Systeme sind weltweit eines der Hauptziele für Kreditkarten-Skimming. In der Schweiz sind gemäss Branchenschätzungen rund 30% aller POS-Systeme in der Gastronomie nicht auf dem neuesten Sicherheitsstand.
Hinzu kommt das Gäste-WLAN: Schlecht konfigurierte Netzwerke ermöglichen Angreifern den Zugang zum internen Netzwerk des Hotels. Die saisonale Beschäftigung und hohe Personalfluktuation erschweren zudem eine konsistente Schulung der Mitarbeitenden in Cybersicherheit.
Der Tourismus ist für die Schweiz ein Wirtschaftsfaktor von über CHF 45 Milliarden jährlich. Ein grösserer Cybersicherheitsvorfall kann nicht nur einzelne Betriebe, sondern ganze Destinationen in Mitleidenschaft ziehen.
Typische Angriffsszenarien
Szenario 1: Kreditkarten-Skimming über kompromittiertes Kassensystem
Ein gehobenes Zürcher Restaurant mit täglich 200 Gästen wird Opfer eines POS-Malware-Angriffs. Über sechs Wochen werden die Kreditkartendaten aller Gäste abgefangen, die mit Karte bezahlen — insgesamt 4’500 Kartendatensätze. Die Kartenorganisationen verhängen eine Strafe von CHF 120’000. Dazu kommen forensische Untersuchung, Kartenaustausch und Reputationsschaden. Gesamtschaden: CHF 285’000.
Szenario 2: Ransomware legt Hotel-Management-System lahm
Ein 4-Sterne-Hotel in Interlaken mit 120 Zimmern wird kurz vor der Hochsaison von Ransomware getroffen. Das Property-Management-System (PMS) ist verschlüsselt — Check-in, Check-out, Zimmerzuweisung und Abrechnung sind unmöglich. Elektronische Türschlösser funktionieren nicht mehr. Das Hotel muss für fünf Tage Gäste umbuchen oder manuell abwickeln. Die Angreifer fordern CHF 85’000. Gesamtschaden inkl. Umbuchungen, Entschädigungen und IT-Wiederherstellung: CHF 230’000.
Szenario 3: Datenleck über Buchungsplattform
Ein Angreifer nutzt eine Schwachstelle in der Online-Buchungsplattform einer Schweizer Hotelgruppe mit 8 Häusern in der Westschweiz. Er erhält Zugriff auf die Gästedatenbank mit 45’000 Einträgen — Namen, Adressen, Kreditkartennummern, Reisedaten und persönliche Präferenzen. Die Daten werden im Darknet zum Verkauf angeboten. Die Kosten für Benachrichtigung, Rechtsberatung und Krisenkommunikation betragen CHF 380’000. Mehrere Firmenkunden kündigen ihre Rahmenverträge.
Typische Schadensummen
| Schadensart | Typischer Betrag |
|---|---|
| POS-Malware / Kreditkarten-Skimming | CHF 100’000 – 500’000 |
| Ransomware (einzelner Betrieb) | CHF 50’000 – 250’000 |
| Ransomware (Hotelgruppe) | CHF 200’000 – 1’000’000 |
| Datenleck mit Gästedaten | CHF 150’000 – 500’000 |
| Betriebsunterbruch Hochsaison (pro Tag) | CHF 20’000 – 80’000 |
| PCI-DSS-Strafgebühren | CHF 50’000 – 200’000 |
Was deckt die Cyberversicherung?
Eine Cyberversicherung für die Gastronomie und Hotellerie bietet:
- Betriebsunterbruch: Ertragsausfall bei Ausfall von PMS, Kassensystemen oder Buchungsplattformen
- PCI-DSS-Kosten: Strafgebühren und Kosten bei Kreditkartendaten-Kompromittierung
- Gästedaten-Schutz: Haftpflicht bei Verlust persönlicher Gästedaten
- Forensik: Untersuchung von POS-Malware und Netzwerkeinbrüchen
- Lösegeldzahlungen: Verhandlung und ggf. Deckung bei Ransomware
- Benachrichtigungskosten: Information betroffener Gäste gemäss nDSG
- Krisenkommunikation: PR-Unterstützung bei öffentlich gewordenen Vorfällen
- Wiederherstellung: Neuinstallation von PMS, POS und Buchungssystemen
Checkliste: Ist Ihr Gastrobetrieb geschützt?
- Sind alle Kassensysteme (POS) auf dem neuesten Software-Stand?
- Ist das Gäste-WLAN vom internen Netzwerk vollständig getrennt?
- Besteht PCI-DSS-Compliance für die Kartenzahlungsabwicklung?
- Werden Mitarbeitende regelmässig in Cybersicherheit geschult?
- Gibt es einen Notfallplan bei Ausfall der Buchungssysteme?
- Werden Backups aller Reservations- und Gästedaten erstellt?
- Sind Fernzugriffe auf Kassensysteme abgesichert?
- Besteht eine Cyberversicherung mit Gastro-spezifischer Deckung?
Wenn Sie bei mehreren Punkten unsicher sind, ist es höchste Zeit zu handeln.
Nächster Schritt: Lassen Sie sich beraten
Die BTAG Versicherungsbroker AG in Bern kennt die Herausforderungen der Schweizer Gastronomie und Hotellerie. Als unabhängiger Broker findet BTAG die passende Cyberversicherung — ob für ein einzelnes Restaurant, ein Boutique-Hotel oder eine Hotelgruppe.
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