Cyberversicherung für Anwaltskanzleien

Warum Schweizer Anwaltskanzleien besonders von Cyberangriffen bedroht sind und wie eine Cyberversicherung das Anwaltsgeheimnis und sensible Mandantendaten schützt.

Mandantengeheimnis Sensitive Akten Anwaltsgeheimnis DSG-Pflichten
Typischer Schaden
CHF 200'000 – 2'000'000

Cyberversicherung für Anwaltskanzleien

Anwaltskanzleien verwalten die sensibelsten Informationen ihrer Mandanten — von Geschäftsgeheimnissen über Finanzdaten bis hin zu persönlichen Korrespondenzen. Genau das macht sie zu einem bevorzugten Ziel für Cyberkriminelle. Ein erfolgreicher Angriff bedroht nicht nur das Anwaltsgeheimnis, sondern kann die gesamte Existenz einer Kanzlei gefährden.

Warum sind Anwaltskanzleien besonders gefährdet?

Schweizer Anwaltskanzleien unterliegen dem Anwaltsgeheimnis nach Art. 13 BGFA und den strengen Vorgaben des neuen Datenschutzgesetzes (nDSG). Ein Datenverlust hat hier nicht nur finanzielle Konsequenzen, sondern kann zu berufsrechtlichen Sanktionen bis hin zum Entzug der Zulassung führen.

Die Kombination aus hochsensiblen Daten und oft unzureichender IT-Sicherheit macht Kanzleien besonders verwundbar. Viele kleinere und mittlere Kanzleien verfügen über keine dedizierte IT-Abteilung und setzen auf veraltete Systeme. Gleichzeitig steigt der Druck zur Digitalisierung — elektronische Aktenführung, Cloud-Speicher und Videokonferenzen sind längst Standard.

Hinzu kommt: Mandanten erwarten absolute Vertraulichkeit. Ein einziger Vorfall kann das über Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnis unwiederbringlich zerstören und zu massiven Mandantsverlusten führen.

Typische Angriffsszenarien

Szenario 1: Ransomware verschlüsselt die gesamte Aktenführung

Eine mittelgrosse Zürcher Wirtschaftskanzlei mit 15 Anwälten wird Opfer eines Ransomware-Angriffs. Sämtliche digitalen Akten — Verträge, Korrespondenz, Prozessunterlagen — werden verschlüsselt. Die Kanzlei ist für drei Wochen handlungsunfähig. Gerichtsfristen können nicht eingehalten werden, laufende Mandate sind gefährdet. Die Angreifer fordern CHF 350’000 Lösegeld. Gesamtschaden inkl. Betriebsunterbruch, Datenwiederherstellung und Reputationsverlust: CHF 780’000.

Szenario 2: Social Engineering und CEO-Fraud

Ein Angreifer gibt sich per E-Mail als Partner einer renommierten Genfer Kanzlei aus und instruiert eine Mitarbeiterin, eine vermeintlich dringende Überweisung für eine M&A-Transaktion auszuführen. Durch gefälschte Dokumente und täuschend echte E-Mail-Adressen wird die Mitarbeiterin getäuscht. Es werden CHF 420’000 auf ein ausländisches Konto überwiesen, bevor der Betrug auffällt. Das Geld ist unwiederbringlich verloren.

Szenario 3: Datenleck durch kompromittiertes E-Mail-Konto

Das E-Mail-Konto eines Berner Strafrechtanwalts wird durch Phishing kompromittiert. Über mehrere Wochen werden vertrauliche Mandantenkorrespondenzen — darunter Informationen zu laufenden Strafverfahren — abgefangen und im Darknet veröffentlicht. Der Anwalt muss alle betroffenen Mandanten informieren und sieht sich mit Haftpflichtansprüchen von über CHF 1’200’000 konfrontiert. Die Anwaltskammer eröffnet zudem ein Disziplinarverfahren.

Typische Schadensummen

SchadensartTypischer Betrag
Ransomware-Angriff (kleine Kanzlei)CHF 200’000 – 500’000
Ransomware-Angriff (mittlere Kanzlei)CHF 500’000 – 1’500’000
Datenschutzverletzung mit MandantendatenCHF 300’000 – 2’000’000
CEO-Fraud / Social EngineeringCHF 100’000 – 500’000
Betriebsunterbruch (pro Woche)CHF 50’000 – 200’000
Reputationsschaden (langfristig)CHF 200’000 – 1’000’000

Was deckt die Cyberversicherung?

Eine massgeschneiderte Cyberversicherung für Anwaltskanzleien umfasst:

  • Eigenschäden: Kosten für Datenwiederherstellung, IT-Forensik und Systemreparatur
  • Betriebsunterbruch: Entschädigung für entgangenen Umsatz während der Ausfallzeit
  • Drittschäden / Haftpflicht: Ansprüche von Mandanten bei Verletzung des Anwaltsgeheimnisses
  • Krisenmanagement: PR-Beratung, Kommunikation mit Mandanten und Medien
  • Rechtsberatung: Unterstützung bei DSG-Meldepflichten und behördlichen Verfahren
  • Lösegeldzahlungen: Verhandlung und ggf. Übernahme von Ransomware-Forderungen
  • Benachrichtigungskosten: Information aller betroffenen Mandanten gemäss nDSG
  • Cyber-Betrug: Deckung bei Social Engineering und CEO-Fraud

Checkliste: Ist Ihre Kanzlei geschützt?

  • Werden alle Mandantendaten verschlüsselt gespeichert und übertragen?
  • Gibt es eine Multi-Faktor-Authentifizierung für E-Mail und Kanzleisoftware?
  • Werden regelmässige Backups erstellt und offline aufbewahrt?
  • Sind alle Mitarbeitenden für Phishing und Social Engineering sensibilisiert?
  • Gibt es einen Notfallplan für Cyberangriffe?
  • Werden IT-Systeme regelmässig auf Schwachstellen geprüft?
  • Ist die Kanzlei für DSG-Meldepflichten vorbereitet?
  • Besteht eine Cyberversicherung mit ausreichender Deckungssumme?

Falls Sie nicht alle Punkte abhaken können, besteht dringender Handlungsbedarf.

Nächster Schritt: Lassen Sie sich beraten

Die BTAG Versicherungsbroker AG in Bern ist auf Cyberversicherungen für Schweizer Unternehmen spezialisiert. Als unabhängiger Broker vergleicht BTAG die Angebote aller relevanten Versicherer und findet die optimale Lösung für Ihre Kanzlei — massgeschneidert auf Ihre Kanzleigrösse, Mandantsstruktur und IT-Infrastruktur.

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Häufige Fragen: Anwaltskanzleien

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Cyberversicherung in dieser Branche.

Was kostet eine Cyberversicherung für eine Anwaltskanzlei?
Für eine Kanzlei mit 2–10 Anwälten liegen die Prämien bei CHF 1'200–4'500 pro Jahr. Entscheidend sind die Deckungssumme und ob Mandantengeheimnis-Verletzungen eingeschlossen sind. Kosten berechnen
Ist das Anwaltsgeheimnis bei einem Cyberangriff gefährdet?
Ja — ein Datenleck kann gegen Art. 13 BGFA verstossen und zu berufsrechtlichen Sanktionen führen. Eine Cyberversicherung übernimmt die Kosten für IT-Forensik, Benachrichtigung und Rechtsverteidigung. Deckungsumfang ansehen
Welche Cyberrisiken betreffen Kanzleien am häufigsten?
Business-E-Mail-Compromise (BEC) und Phishing-Angriffe auf Kanzleimitarbeitende sind die häufigsten Angriffsvektoren. Angreifer geben sich als Mandanten oder Gegenparteien aus, um an vertrauliche Akten zu gelangen.

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