Alarmierende Zahlen im neuen BACS-Bericht
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat Anfang Mai 2026 seinen Halbjahresbericht für das zweite Halbjahr 2025 veröffentlicht — und die Zahlen zeichnen ein beunruhigendes Bild für Schweizer Unternehmen.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- 79 Ransomware-Angriffe im 2. Halbjahr 2025 (gegenüber 47 im gleichen Vorjahreszeitraum) — ein Anstieg von 59 Prozent
- 6’299 Phishing-Meldungen — ein Plus von 17 Prozent
- 73 Business-E-Mail-Compromise-Fälle (BEC), Anstieg von 49 im Vorjahr — in einem Fall entstand ein Schaden von CHF 1,5 Millionen
- 29’006 freiwillige Meldungen und 145 Pflichtmeldungen im Berichtszeitraum
Akira dominiert die Ransomware-Szene
Die Ransomware-Bande Akira hat sich zur grössten Bedrohung für Schweizer Unternehmen entwickelt. Allein im zweiten Halbjahr 2025 verübte die Gruppe 26 Angriffe auf Schweizer Firmen — gegenüber lediglich 7 im ersten Halbjahr. Akira hat sich auf die Verschlüsselung von Unternehmensdaten spezialisiert und fordert anschliessend Lösegeld. Betroffen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen.
Neue Bedrohung: SMS-Blaster
Der Bericht warnt zudem vor einer neuen Angriffsmethode, die im Sommer 2025 erstmals in der Schweiz beobachtet wurde: sogenannte SMS-Blaster. Dabei nutzen Kriminelle mobile Geräte, die sich als Mobilfunkantennen ausgeben, um im Umkreis von einem Kilometer betrügerische SMS zu versenden — unter Umgehung der Filter der Netzbetreiber. Diese Methode ist besonders heimtückisch, weil die gefälschten Nachrichten von den Empfängern kaum von echten Provider-SMS unterschieden werden können.
Einordnung und Versicherungsbezug
Der sprunghafte Anstieg von Ransomware-Angriffen bei gleichzeitig hohen Phishing-Zahlen zeigt: Die Bedrohungslage für Schweizer KMU verschärft sich weiter. Besonders der BEC-Fall mit CHF 1,5 Millionen Schaden verdeutlicht die finanziellen Dimensionen.
Ob und in welchem Umfang eine Cyberversicherung solche Folgen übernimmt, hängt vom konkreten Vertrag, den Ausschlüssen, Limiten und vereinbarten Sicherheitsanforderungen ab. Unternehmen sollten insbesondere Betriebsunterbruch, externe Forensik, Datenwiederherstellung und Vermögensschäden durch Täuschung getrennt prüfen; ein BEC-Direktschaden ist nicht automatisch mitversichert.
Was das BACS empfiehlt
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) auf allen Systemen aktivieren
- Systeme und Software konsequent aktuell halten
- Backup-Strategie nach der 3-2-1-Regel umsetzen (3 Kopien, 2 Medien, 1 Offsite)
- Mitarbeitende schulen — insbesondere zu Phishing und BEC-Erkennung
- Verdächtige Vorfälle melden unter ncsc.admin.ch