BACS warnt: Betrüger nutzen gefälschte Stellenangebote gegen Schweizer Stellensuchende

Das Bundesamt für Cybersicherheit warnt vor einer neuen Betrugsmasche: Kriminelle erstellen Fake-Websites realer Schweizer Firmen und publizieren gefälschte Jobangebote — sogar in Zeitungen.

Was ist passiert?

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt in seinem Wochenrückblick 12/2026 vor einer raffinierten neuen Betrugsmasche: Kriminelle erstellen gefälschte Websites für real existierende Schweizer Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, aber keine eigene Website betreiben. Auf diesen Fake-Seiten werden dann betrügerische Stellenangebote veröffentlicht.

Besonders bemerkenswert: Die gefälschten Inserate tauchen nicht nur auf Online-Jobportalen auf, sondern wurden erstmals auch in gedruckten Zeitungen publiziert.

Wie die Masche funktioniert

Die Betrüger gehen systematisch vor:

  1. Identitätsdiebstahl: Sie identifizieren Schweizer Firmen ohne eigene Website und erstellen unter deren Namen eine professionell wirkende Website
  2. Fake-Jobangebote: Unter der Rubrik «Jobs und Karriere» werden attraktive Stellen ausgeschrieben — oft mit überdurchschnittlich hohen Löhnen für einfache Tätigkeiten
  3. Passwortgeschützter Zugang: Bewerber werden auf eine passwortgeschützte Seite geleitet, wobei das Passwort vorab mitgeteilt wird — so wird verhindert, dass Behörden die Inhalte einfach einsehen können
  4. Messenger-Kontakt: Opfer werden aufgefordert, die App «Element» herunterzuladen und darüber zu kommunizieren
  5. Datendiebstahl: Bewerber laden Lebensläufe, Zeugnisse und Diplome hoch — wertvolle Daten für weitere Betrugsmaschen
  6. Finanzielle Ausbeutung: In dokumentierten Fällen wurden Opfer aufgefordert, «Cryptonow»-Gutscheine im Wert von bis zu CHF 2’500 zu kaufen — mit dem Versprechen einer späteren Erstattung

Wer ist betroffen?

Die Masche betrifft alle Sprachregionen der Schweiz. Besonders im Visier: die Logistikbranche, wo Remote-Arbeit versprochen wird. Opfer sind Menschen, die aktiv auf Stellensuche sind und durch die finanzielle Drucksituation besonders anfällig für zu gut klingende Angebote sind.

Einordnung und Versicherungsbezug

Diese Betrugsmasche zeigt, wie kreativ Cyberkriminelle vorgehen, um an persönliche Daten zu gelangen. Für Unternehmen ist der Fall in doppelter Hinsicht relevant:

Als potenzielles Opfer: Wenn Kriminelle den Firmennamen missbrauchen, kann das zu Reputationsschäden führen — auch wenn das Unternehmen selbst nichts damit zu tun hat. Eine Cyberversicherung mit Reputationsschutz kann hier die Kosten für Krisenkommunikation und rechtliche Schritte abdecken.

Als Arbeitgeber: Mitarbeitende, die auf Phishing-Angriffe hereinfallen, gefährden möglicherweise auch Unternehmensdaten. Wenn gestohlene persönliche Daten (z.B. aus dem Bewerbungsprozess) für gezielte Angriffe auf den Arbeitgeber genutzt werden, wird aus einem privaten Betrug schnell ein Unternehmensrisiko.

So erkennen Sie Fake-Stellenangebote

  • Zu gut, um wahr zu sein: Überdurchschnittliche Löhne für einfache Tätigkeiten sind ein Warnsignal
  • Neue Domains: Die Websites der Betrüger wurden oft erst wenige Tage zuvor registriert — prüfbar über WHOIS-Abfragen
  • Vorauszahlungen: Seriöse Arbeitgeber verlangen nie Zahlungen von Bewerbern
  • Ungewöhnliche Kommunikationskanäle: Der Wechsel zu Messenger-Apps wie Element statt E-Mail ist verdächtig
  • Passwortgeschützte Bewerbungsportale: Legitime Unternehmen schützen ihre Stelleninserate nicht mit Passwörtern

Bei finanziellen Verlusten empfiehlt das BACS eine Strafanzeige bei der Kantonspolizei.

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