Black Axe: Zehn Festnahmen in der Schweiz wegen Millionen-Online-Betrug

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat in einer koordinierten Aktion zehn Mitglieder der internationalen Cybercrime-Organisation Black Axe festgenommen. Die Täter erbeuteten mit Romance Scams Millionenbeträge.

Was ist passiert?

Am 28. April 2026 gab die Zürcher Staatsanwaltschaft die Ergebnisse einer gross angelegten Polizeiaktion gegen die internationale Cybercrime-Organisation Black Axe bekannt. In koordinierten Hausdurchsuchungen am frühen Morgen wurden zehn Männer im Alter von 32 bis 54 Jahren in sechs Schweizer Kantonen festgenommen — darunter der sogenannte «Regional Head», der die Aktivitäten der Organisation in Südeuropa koordinierte.

Neun der Festgenommenen sind nigerianischer Herkunft. Die Ermittlungen wurden von der Zürcher Staatsanwaltschaft geleitet, mit Unterstützung von Europol, der bayerischen Landeskriminalpolizei und der italienischen Anti-Mafia-Direktion (DIA). Ein vorbereitendes Treffen in Madrid diente dazu, die Organisationsstruktur zu kartieren.

Wie gingen die Täter vor?

Die Hauptmethode war der sogenannte Romance Scam: Die Täter erstellten gefälschte Profile auf sozialen Medien und Dating-Plattformen und bauten über Wochen oder Monate falsche romantische Beziehungen zu ihren Opfern auf. Anschliessend baten sie unter Vorwänden wie finanziellen Notlagen oder Investitionsmöglichkeiten um hohe Geldbeträge.

Die erbeuteten Gelder wurden über komplexe Geldwäschekanäle verschoben. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere Millionen Schweizer Franken.

Wer ist Black Axe?

Black Axe ist eine in Nigeria gegründete internationale Bruderschaft mit geschätzten 30’000 Mitgliedern weltweit — dazu kommen zahllose Helfer für Geldwäsche und Logistik. Die Organisation ist nicht nur im Cyberbetrug aktiv, sondern auch im Drogenhandel, Menschenhandel und bei Entführungen. Die geschätzten jährlichen Einnahmen der Organisation liegen im Milliardenbereich.

Einordnung und Versicherungsbezug

Romance Scams gehören zu den am schnellsten wachsenden Formen der Cyberkriminalität und treffen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen — etwa wenn Mitarbeitende Opfer von Social Engineering werden und Firmengelder überweisen (CEO-Fraud / Business Email Compromise).

Für Privatpersonen bieten Cyber-Zusatzversicherungen zunehmend Schutz bei Online-Betrug, einschliesslich Rechtsberatung und finanzieller Entschädigung. Für Unternehmen decken Cyberpolicen die Folgen von Social-Engineering-Angriffen ab — vorausgesetzt, die entsprechenden Klauseln sind in der Police enthalten.

Die Festnahmen zeigen auch, dass die Schweizer Strafverfolgungsbehörden die Cyberkriminalität zunehmend koordiniert und international bekämpfen. Dennoch bleibt die Dunkelziffer hoch: Viele Opfer schämen sich und erstatten keine Anzeige.

Wie Sie sich schützen

  1. Skepsis bei Online-Bekanntschaften, die schnell nach Geld fragen — insbesondere wenn ein persönliches Treffen vermieden wird
  2. Keine Geldüberweisungen an Personen, die Sie nur online kennen
  3. Verdächtige Profile melden — bei der Plattform und bei der Polizei
  4. Im Unternehmenskontext: Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Social Engineering und klare Freigabeprozesse für Zahlungen

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