Cyberdelikte in der Schweiz gehen 2025 leicht zurück — Entwarnung wäre falsch

Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt 2025 einen Rückgang der digitalen Straftaten um 2 Prozent. Doch mit 57'761 Fällen bleibt Cyber-Wirtschaftskriminalität auf hohem Niveau.

Die Zahlen im Überblick

Die polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt für 2025 einen leichten Rückgang der digitalen Kriminalität: Insgesamt registrierte die Polizei 57’761 Straftaten mit digitalem Tatvorgehen — ein Minus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Grossteil entfällt auf Cyber-Wirtschaftskriminalität mit 54’247 Fällen. Davon machte Onlinebetrug mit 81,2 Prozent den grössten Anteil aus — also rund 44’000 Fälle. Insgesamt waren 36’572 Personen als Opfer betroffen.

Wer ist betroffen?

Die Statistik zeigt interessante geschlechtsspezifische Unterschiede:

Männer waren häufiger Opfer von:

  • Online-Anlagebetrug (65,2% der Opfer)
  • Nicht gelieferten Waren auf Kleinanzeigenplattformen (60,2%)
  • Vorschussbetrug (57,0%)

Frauen waren häufiger betroffen von:

  • Falschen Unterstützungsanfragen (60,8%)
  • Romance Scams (54,8%)

Besonders alarmierend: Opfer über 60 Jahre sind in fast allen Betrugskategorien überproportional vertreten. Einzige Ausnahme sind Kleinanzeigenbetrügereien.

Beim Thema Sextortion waren 90 Prozent der Opfer männlich, und 31,5 Prozent der Betroffenen waren zum Tatzeitpunkt minderjährig.

Einordnung und Versicherungsbezug

Ein Rückgang von 2 Prozent klingt ermutigend — ist aber kein Grund zur Entwarnung. Mit fast 58’000 erfassten Fällen bleibt die Cyberkriminalität auf einem historisch hohen Niveau. Experten gehen zudem von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da viele Vorfälle gar nicht erst gemeldet werden.

Für Schweizer KMU ist besonders relevant: Onlinebetrug dominiert die Statistik mit über 80 Prozent. Das bedeutet, dass Mitarbeitende nach wie vor das häufigste Einfallstor sind — sei es durch gefälschte Rechnungen, betrügerische Lieferantenanfragen oder manipulierte Zahlungsanweisungen.

Eine Cyberversicherung schützt Unternehmen nicht nur vor den finanziellen Folgen erfolgreicher Angriffe, sondern bietet in der Regel auch Präventionsmassnahmen wie Mitarbeiterschulungen und Phishing-Simulationen — genau dort, wo die Statistik den grössten Handlungsbedarf zeigt.

Handlungsempfehlungen

  1. Mitarbeiterschulungen intensivieren — Onlinebetrug ist der mit Abstand häufigste Angriffsvektor
  2. Zahlungsprozesse absichern — Vier-Augen-Prinzip bei Überweisungen und Lieferantenwechseln
  3. Meldepflicht beachten — Seit Oktober 2025 drohen Bussen bis CHF 100’000 bei verspäteter Meldung von Cybervorfällen
  4. Cyberversicherung prüfen — Finanzielle Absicherung gegen die häufigsten Betrugsformen sicherstellen

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