Erneuter Cyberangriff auf Westschweizer Radiologie-Netzwerk Groupe 3R

Ein Jahr nach dem ersten Angriff trifft eine erneute Cyberattacke das Réseau Radiologique Romand (Groupe 3R). 20 Radiologiezentren in sieben Kantonen sind betroffen.

Was ist passiert?

Am 30. April 2026 wurde das Réseau Radiologique Romand (Groupe 3R) erneut Opfer eines Cyberangriffs. Die Attacke legte Teile der IT-Systeme lahm und beeinträchtigte den Betrieb der 20 Radiologiezentren in sieben Westschweizer Kantonen — darunter Waadt, Genf, Wallis, Freiburg, Neuenburg, Bern und Zürich.

Alle Zentren blieben zwar geöffnet, doch mussten mehrere Untersuchungen verschoben werden. Patientinnen und Patienten wurden aufgefordert, Termine vor der Anreise telefonisch zu bestätigen. Der Kommunikationsverantwortliche der Groupe 3R stellte klar: «Wir werden kein Lösegeld zahlen» — im Einklang mit den Empfehlungen des Bundesamtes für Cybersicherheit (BACS).

Ob bei dem Angriff Patientendaten gestohlen wurden, war zum Zeitpunkt der Meldung noch unklar. Die Gruppe meldete den Vorfall umgehend dem BACS und erstattete Strafanzeige.

Ein Jahr nach dem ersten Angriff

Der aktuelle Vorfall ist besonders brisant, weil die Groupe 3R bereits im April 2025 Opfer einer Cyberattacke wurde. Damals erbeuteten die Angreifer medizinische und administrative Daten, ohne den Betrieb zu stören. Auch damals weigerte sich das Unternehmen, ein Lösegeld zu zahlen.

Auf die Frage, welche Sicherheitsmassnahmen seit dem ersten Angriff getroffen wurden, blieb die Groupe 3R vage und sprach lediglich von «erheblichem Aufwand». Die Tatsache, dass ein zweiter Angriff innerhalb eines Jahres erfolgreich war, wirft Fragen zur Wirksamkeit dieser Massnahmen auf.

Einordnung und Versicherungsbezug

Das Gesundheitswesen gehört zu den am stärksten von Cyberangriffen betroffenen Branchen. Radiologiezentren verarbeiten besonders sensible Daten: Bildgebungen, Befunde und persönliche Patientendaten, die im Darknet hohe Preise erzielen. Gleichzeitig sind die IT-Budgets in diesem Sektor oft knapp bemessen.

Seit April 2025 müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen in der Schweiz Cyberangriffe innerhalb von 24 Stunden dem BACS melden. Eine Cyberversicherung hilft nicht nur bei der Deckung der direkten Kosten — forensische Untersuchung, Betriebsunterbrechung und Krisenkommunikation —, sondern bietet Zugang zu spezialisierten Incident-Response-Teams, die im Ernstfall sofort eingreifen. Gerade für Gesundheitseinrichtungen, die trotz Angriff den Betrieb aufrechterhalten müssen, kann diese Soforthilfe entscheidend sein.

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